

Tschechoslowakisch-deutscher Schachspieler
Vlastimil Hort (* 12. Januar 1944 in Kladno; gestorben am 12. Mai 2025 in Eitorf) war ein tschechoslowakisch-deutscher Schachgroßmeister. In den 1960er- und 1970er-Jahren gehörte er zur internationalen Spitze, später wurde er im deutschsprachigen Raum auch als Kommentator und Erzähler des Schachs bekannt.
Hort lernte Schach als Kind und spielte bereits mit sechzehn Jahren für die tschechoslowakische Nationalmannschaft. 1965 erhielt er den Großmeistertitel. Seine Laufbahn führte ihn durch Interzonenturniere, Nationalmeisterschaften und viele Mannschaftswettbewerbe, in denen er Tschechoslowakei und später Deutschland vertrat.
1970 spielte Hort im Wettkampf UdSSR gegen den Rest der Welt für die Weltauswahl und gewann sein Brettduell gegen Lew Polugajewski. 1976 qualifizierte er sich über das Interzonenturnier in Manila für die Kandidatenkämpfe zur Weltmeisterschaft. Im Viertelfinale traf er auf Boris Spasski und verlor nach einem engen Match knapp.
Das Kandidatenmatch gegen Spasski blieb auch wegen einer Geste Horts in Erinnerung. Als Spasski krank war und keine reguläre Auszeit mehr hatte, überließ Hort ihm eine eigene Pause. Neben diesem Moment stehen seine Turnierergebnisse, seine Olympiadenpartien und seine spätere Vermittlungsarbeit.
1985 emigrierte Hort in die Bundesrepublik Deutschland. Er gewann später auch deutsche Meisterschaften und blieb als Spieler, Kolumnist, Autor und Kommentator aktiv. Gemeinsam mit Helmut Pfleger prägte er die Fernsehsendung Schach der Großmeister, die Partien einem breiteren Publikum erklärte.
Hort spielte bei 14 Schacholympiaden für Tschechoslowakei und Deutschland. Er verband Turnierpraxis mit Vermittlung, Humor und direktem Kontakt zu Schachbegeisterten. Vlastimil Hort starb am 12. Mai 2025 in Eitorf. Er wurde 81 Jahre alt.