

Russische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin
Sowjetunion
Friedhof Trojekurowo
Wera Witaljewna Glagolewa (* 31. Januar 1956 in Moskau; gestorben am 16. August 2017 in Baden-Baden), international meist Vera Glagoleva, war eine sowjetische und russische Schauspielerin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin. Bekannt wurde sie durch Filmrollen seit den 1970er-Jahren; später drehte sie eigene Filme und arbeitete auch mit internationalen Darstellern. 2011 erhielt sie den Titel Volkskünstlerin der Russischen Föderation.
Glagolewa wurde in Moskau geboren. Sie kam ohne klassische Schauspielausbildung zum Film und wurde nach der Schule für Rollen entdeckt. Ihr Debüt gab sie 1975 in Na kraj sveta.... Diese Herkunft aus der Praxis prägte ihre Arbeitsweise: Sie wurde nicht als Theaterschauspielerin aufgebaut, sondern lernte Kamera, Schnitt, Spielrhythmus und Filmproduktion unmittelbar am Set kennen.
In den folgenden Jahren spielte Glagolewa in sowjetischen und russischen Filmen, oft in Rollen, die leise Entschlossenheit, Verletzlichkeit und innere Spannung verbanden. Zu ihren bekannten Arbeiten gehören Ne strelyayte v belykh lebedey, Vyyti zamuzh za kapitana und Bednaya Sasha. Ihre Figuren waren häufig leise angelegt; Entscheidungen zeigten sich in Blicken, Pausen und alltäglichen Situationen.
1990 führte Glagolewa erstmals Regie. In den folgenden Jahrzehnten arbeitete sie wiederholt hinter der Kamera und beteiligte sich auch an Drehbüchern und Produktion. Ihr Film Dve zhenshchiny (Two Women) von 2014 basiert auf Iwan Turgenjews Stück Ein Monat auf dem Lande und wurde unter anderem mit Ralph Fiennes, Sylvie Testud und Aleksandr Baluev besetzt. Damit bewegte sie sich zwischen russischer Literaturtradition, Gegenwartskino und internationaler Koproduktion.
1995 erhielt Glagolewa den Titel Geehrte Künstlerin der Russischen Föderation. Am 21. März 2011 folgte die Auszeichnung als Volkskünstlerin der Russischen Föderation. 2016 wurde ihr der Moskauer Preis für Literatur und Kunst verliehen. Diese Auszeichnungen spiegeln ihre lange Arbeit in einem Film- und Fernsehbetrieb, der sich vom sowjetischen System in die russische Gegenwart veränderte.
Glagolewa war zunächst mit dem Schauspieler und Regisseur Rodion Nachapetow verheiratet; aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor. Später heiratete sie den Unternehmer Kirill Schubsky, mit dem sie eine weitere Tochter hatte. Auch in späteren Jahren blieb sie als Schauspielerin und Regisseurin aktiv und arbeitete weiter an Filmprojekten.
Wera Glagolewa starb am 16. August 2017 in Baden-Baden an einer Krebserkrankung. Sie wurde 61 Jahre alt. Ihre Laufbahn verbindet sowjetische Filmrollen, russisches Fernsehen, eigene Regiearbeiten und den Wechsel einer Schauspielerin hinter die Kamera.
bis 1991