

Deutscher Politiker (CDU), MdB, Bundesminister, Bundestagspräsident
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Waldbachfriedhof Offenburg
Wolfgang Schäuble (* 18. September 1942 in Freiburg im Breisgau; gestorben am 26. Dezember 2023 in Offenburg) war ein deutscher Jurist und CDU-Politiker. Er gehörte von 1972 bis zu seinem Tod dem Deutschen Bundestag an und war damit länger Abgeordneter als jeder andere Parlamentarier in der Geschichte der Bundesrepublik. Schäuble war Bundesminister, CDU-Vorsitzender, Finanzminister in der Eurokrise und von 2017 bis 2021 Präsident des Deutschen Bundestages. Besonders eng verbunden ist sein Name mit dem Einigungsvertrag von 1990.
Schäuble studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, promovierte und arbeitete zunächst in Verwaltung und Steuerrecht. 1972 wurde er erstmals direkt in den Bundestag gewählt. Der Wahlkreis Offenburg blieb über Jahrzehnte seine politische Basis. Früh galt Schäuble als genauer, disziplinierter und strategisch denkender Politiker. Seine Karriere verlief nicht über große Gesten, sondern über Aktenkenntnis, Verhandlungshärte und die Fähigkeit, komplexe Verfahren politisch zu steuern.
In der Regierung Helmut Kohl wurde Schäuble 1989 Bundesinnenminister. In dieser Funktion verhandelte er 1990 mit Günther Krause den Vertrag zwischen Bundesrepublik und DDR über die Herstellung der Deutschen Einheit. Am 31. August 1990 wurde der Einigungsvertrag unterzeichnet. Für Schäuble war das der prägendste Moment seiner politischen Laufbahn. Der Vertrag regelte nicht nur einen historischen Übergang, sondern auch viele praktische Fragen von Recht, Verwaltung, Institutionen und parlamentarischer Ordnung.
Im Oktober 1990 wurde Schäuble bei einem Attentat schwer verletzt und war danach auf einen Rollstuhl angewiesen. Dieser Einschnitt veränderte sein Leben sichtbar, beendete aber nicht seine politische Arbeit. Er blieb im Bundestag, übernahm weitere Führungsaufgaben und wurde später Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie CDU-Bundesvorsitzender. Gerade weil sein Amt und seine Person so lange öffentlich präsent waren, wurde er auch zu einer Figur politischer Kontinuität über mehrere Generationen hinweg.
Von 2009 bis 2017 war Schäuble Bundesfinanzminister. In diese Zeit fiel die europäische Staatsschuldenkrise. Schäuble stand für Haushaltsdisziplin, europäische Regelbindung und einen strengen Kurs gegenüber Krisenstaaten wie Griechenland. Diese Politik fand Zustimmung und Widerspruch; sie prägte sein internationales Bild stark. Schäuble war ein überzeugter Europäer, verband europäische Integration aber eng mit Regeln, Stabilität und fiskalischer Verantwortung.
2017 wurde Schäuble Präsident des Deutschen Bundestages. In diesem Amt betonte er die Würde des Parlaments, die Bedeutung demokratischer Verfahren und den Respekt vor der parlamentarischen Ordnung. Wolfgang Schäuble starb am 26. Dezember 2023 in Offenburg. Seine Bedeutung liegt in der außergewöhnlichen Dauer und Dichte seiner politischen Laufbahn: Er war an zentralen Entscheidungen der Bundesrepublik beteiligt und blieb zugleich ein Politiker, an dem sich Debatten über Macht, Maß, Europa und Verantwortung entzündeten.
bis 2023