

US-amerikanisch-ungarische Schauspielerin
Österreich-Ungarn
Westwood Village Memorial Park Cemetery
Zsa Zsa Gabor (* 6. Februar 1917 in Budapest; gestorben am 18. Dezember 2016 in Los Angeles) war eine ungarisch-US-amerikanische Schauspielerin, Sängerin und Gesellschaftsfigur. Sie spielte in Filmen wie Moulin Rouge, Lili, Death of a Scoundrel und Touch of Evil, wurde aber ebenso durch ihre Auftritte im Fernsehen, ihren Glamour und ihre öffentliche Schlagfertigkeit bekannt. Ihre Biografie zeigt eine frühe Form moderner Prominenz: Filmrollen, Talkshows, Boulevard und Selbstinszenierung gingen bei ihr ineinander über.
Geboren wurde sie als Sári Gábor in Budapest, damals noch Teil Österreich-Ungarns. Ihre Mutter Jolie Gabor führte ein Schmuckgeschäft; auch ihre Schwestern Magda und Eva wurden später bekannt. Zsa Zsa Gabor besuchte eine Schule in der Schweiz und nahm in den 1930er-Jahren an der Miss-Hungary-Wahl teil. Anfang der 1940er-Jahre ging sie in die Vereinigten Staaten. In Hollywood traf europäischer Salonstil auf ein Studiosystem, das Eleganz, Akzent, Witz und pointierte Auftritte wirksam in Szene setzen konnte.
1952 wurde Gabor einem größeren Kinopublikum bekannt. In John Hustons Moulin Rouge spielte sie Jane Avril, eine Tänzerin und Sängerin aus dem Pariser Nachtleben der Belle Époque. Im selben Jahrzehnt folgten weitere Rollen, darunter Auftritte in Lili, Death of a Scoundrel und Orson Welles' Touch of Evil. Sie war keine Schauspielerin, deren Nachruhm auf einer einzigen großen Hauptrolle beruht. Ihre Wirkung entstand eher aus Präsenz, Stimme, Timing und dem Bild einer Frau, die sich in der Öffentlichkeit selbst sehr bewusst führte.
Gabor verstand das Fernsehen früh als Bühne. Sie trat in Shows, Serien und Unterhaltungssendungen auf, oft in Rollen, die mit ihrer eigenen öffentlichen Figur spielten. Gerade dadurch wurde sie für ein amerikanisches Publikum vertraut: mondän, witzig, manchmal selbstironisch und immer sofort erkennbar. Später wurde sie häufig als jemand beschrieben, der das Prinzip „berühmt für das Berühmtsein" vorwegnahm. Das greift nur teilweise. Denn Gabor kam aus Film, Bühne und Gesellschaft, aber sie erkannte früher als viele andere, dass Prominenz selbst zu einer Rolle werden konnte.
Ihr Privatleben wurde ein fester Teil der öffentlichen Wahrnehmung. Gabor war mehrfach verheiratet, unter anderem mit Conrad Hilton, George Sanders und später Frédéric Prinz von Anhalt. Aus der Ehe mit Conrad Hilton stammte ihre Tochter Francesca Hilton. Diese Seite ihres Lebens wurde oft grell erzählt und überlagerte ihre Arbeit als Schauspielerin. Eine ausgewogene Biografie muss sie nicht ausblenden, aber sie sollte sie einordnen: Die Ehen gehörten zu ihrem öffentlichen Bild, doch sie erklären nicht allein, warum Zsa Zsa Gabor über Jahrzehnte präsent blieb.
In späteren Jahren zog sich Gabor gesundheitlich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Ihr Name blieb jedoch als Chiffre für eine bestimmte Hollywood-Epoche erhalten: europäischer Glamour, amerikanische Talkshow-Kultur und eine Form von Prominenz, die zugleich elegant und ironisch sein konnte. Zsa Zsa Gabor starb am 18. Dezember 2016 in Los Angeles. Ihre Bedeutung liegt nicht nur in einzelnen Filmrollen, sondern darin, wie früh sie begriff, dass Persönlichkeit, Medienauftritt und Image selbst Teil der Unterhaltung werden können.
bis 1941
bis 1947
bis 1954
bis 1966
bis 1967
bis 1976
bis 1983
bis 1983
bis 2016