

Französischer Theologe, römisch-katholischer Bischof
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Bernard Tissier de Mallerais (* 14. September 1945 in Sallanches; gestorben am 8. Oktober 2024 in der Schweiz) war ein französischer katholischer Geistlicher der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. Er gehörte zu den vier Priestern, die Marcel Lefebvre 1988 in Écône ohne päpstliches Mandat zu Bischöfen weihte.
Tissier de Mallerais wurde in den französischen Alpen geboren und schloss sich früh der von Marcel Lefebvre gegründeten Priesterbruderschaft St. Pius X. an. Er wurde am Seminar in Écône ausgebildet und 1975 zum Priester geweiht. In der Bruderschaft wirkte er als Lehrer, später als Rektor des Seminars und als Generalsekretär. Seine Arbeit blieb eng mit Écône und der inneren Struktur der Piusbruderschaft verbunden.
Am 30. Juni 1988 weihte Lefebvre in Écône vier Priester zu Bischöfen: Bernard Fellay, Alfonso de Galarreta, Richard Williamson und Tissier de Mallerais. Die Weihen erfolgten ohne päpstliches Mandat und wurden vom Heiligen Stuhl als Verstoß gegen die kirchliche Ordnung bewertet. Am 1. Juli 1988 stellte die Kongregation für die Bischöfe die daraus folgende Exkommunikation fest.
Tissier de Mallerais blieb innerhalb der Piusbruderschaft dauerhaft präsent. Er spendete Firmungen, weihte Priester und nahm an theologischen und kirchenpolitischen Diskussionen der Bruderschaft teil. Seine Haltung war stark von der Verteidigung der vorkonziliaren Liturgie und von Kritik an Entwicklungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil geprägt.
Am 21. Januar 2009 hob Papst Benedikt XVI. über die zuständige Kongregation die Exkommunikation der vier 1988 geweihten Bischöfe auf. Die Entscheidung zielte darauf, Gespräche mit der Piusbruderschaft zu erleichtern. Sie bedeutete jedoch keine volle kirchenrechtliche Eingliederung der Bruderschaft in die römisch-katholische Kirche. Die Beziehungen zwischen Rom und der Piusbruderschaft blieben weiter angespannt.
Tissier de Mallerais stürzte am 28. September 2024 im Seminar von Écône und erlitt schwere Kopfverletzungen. Er starb am 8. Oktober 2024 im Alter von 79 Jahren. Sein Tod verringerte die Zahl der noch lebenden Bischöfe der Piusbruderschaft und wurde deshalb auch im Blick auf ihre künftigen Weihen diskutiert.