

Jamaikanischer Sänger, Gitarrist und Songwriter
Nine Mile
Jackson Memorial Hospital
Bob Marley (* 6. Februar 1945 in Nine Mile, Jamaika; gestorben am 11. Mai 1981 in Miami, Florida) war ein jamaikanischer Sänger, Gitarrist und Songwriter. Er machte Reggae weltweit hörbar und verband Musik mit Rastafari, sozialer Erfahrung, panafrikanischem Denken und einer Sprache der Würde. Marley wurde zu einer globalen Figur, weil seine Songs zugleich einfach zugänglich und politisch aufgeladen waren: Sie handelten von Liebe, Armut, Befreiung, Unterdrückung, Spiritualität und der Hoffnung auf Zusammenhalt.

Marley wurde als Robert Nesta Marley im ländlichen Saint Ann Parish geboren und zog später nach Kingston. In Trench Town lernte er die Enge, Härte und Kreativität eines Stadtviertels kennen, das für seine Musik entscheidend wurde. Mit Peter Tosh und Bunny Wailer gründete er eine Gruppe, aus der The Wailers hervorgingen. Frühe Aufnahmen wie Simmer Down kamen aus Ska und Rocksteady, trugen aber bereits eine eigene soziale Dringlichkeit. Marley sang nicht von außen über Armut; er kam aus einer Welt, in der Musik Ausdruck, Arbeit und Ausweg zugleich war.
Der Vertrag mit Island Records Anfang der 1970er Jahre veränderte die Reichweite der Wailers. Catch a Fire und Burnin' brachten Reggae in ein internationales Albumformat, ohne seine jamaikanische Herkunft auszulöschen. Songs wie Get Up, Stand Up und I Shot the Sheriff verbanden Rhythmus mit Widerstand. Als Eric Clapton I Shot the Sheriff erfolgreich coverte, erreichte Marleys Songwriting ein Publikum, das Reggae bis dahin kaum wahrgenommen hatte.

Marleys Musik war eng mit Rastafari verbunden. Diese Verbindung gab seinen Songs eine religiöse, historische und politische Tiefe, die über Pop-Unterhaltung hinausging. In Jamaika traf seine Musik auf eine Zeit starker politischer Spannungen. 1976 wurde auf Marley, Rita Marley und weitere Menschen in seinem Umfeld geschossen. Zwei Tage später trat er dennoch beim Smile Jamaica Concert auf. Danach lebte er zeitweise in London, wo Exodus entstand. Das Album bündelte Exil, Bewegung, Glauben und Sehnsucht in Songs, die weltweit verstanden wurden.
1978 kehrte Marley nach Jamaika zurück und trat beim One Love Peace Concert in Kingston auf. Der Moment, in dem er Premierminister Michael Manley und Oppositionsführer Edward Seaga symbolisch zusammenführte, wurde zu einem der bekanntesten Bilder seiner politischen Bedeutung. Marley war kein Parteipolitiker. Seine Kraft lag darin, musikalische Autorität in einen Raum zu bringen, in dem viele Menschen nach Frieden, Stolz und Orientierung suchten. Mit Survival und Uprising wurde diese Verbindung von Musik und Haltung noch klarer.

1977 wurde bei Marley ein akrales lentiginöses Melanom diagnostiziert, eine seltene Form von Hautkrebs. Er arbeitete weiter, nahm auf, tourte und stand noch 1980 auf großen Bühnen. Redemption Song wirkt in diesem Zusammenhang besonders konzentriert: reduziert, ruhig und getragen von der Frage nach geistiger Freiheit. Der Song zeigt, dass Marleys Wirkung nicht nur aus Groove und Bühnenenergie kam, sondern auch aus der Klarheit weniger Worte und einer Stimme, die Verletzlichkeit nicht versteckte.
Bob Marley starb am 11. Mai 1981 in Miami. Er wurde 36 Jahre alt. Seine weltweite Bedeutung wuchs weiter: Legend machte viele seiner Songs generationenübergreifend präsent, 1994 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, 2001 erhielt er den Grammy Lifetime Achievement Award. Marleys Vermächtnis liegt nicht nur in berühmten Refrains. Es liegt in der Verbindung von jamaikanischer Musik, politischem Bewusstsein und einer spirituellen Sprache, die Menschen weit über Herkunft und Zeit hinaus erreicht.
bis 1981