

Österreichisch-schweizerische Schauspielerin
Wiener Zentralfriedhof
Christiane Hörbiger (* 13. Oktober 1938 in Wien; gestorben am 30. November 2022 ebenda) war eine österreichische Schauspielerin für Bühne, Film und Fernsehen. Sie stammte aus der Schauspielerfamilie um Paula Wessely, Attila Hörbiger und Paul Hörbiger, fand ihren eigenen Weg aber vor allem über Fernsehrollen, Kinofilme, Theaterarbeit und späte Charakterrollen. Ein breites Publikum kannte sie aus Das Erbe der Guldenburgs, Schtonk! und Julia - Eine ungewöhnliche Frau.
Hörbiger wurde als zweite Tochter von Paula Wessely und Attila Hörbiger geboren. Ihre Schwestern Elisabeth Orth und Maresa Hörbiger wurden ebenfalls Schauspielerinnen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und dem Wunsch der Eltern nach einem bürgerlichen Beruf entschied sie sich für die Schauspielerei. Sie besuchte das Max-Reinhardt-Seminar, nahm Gesangs- und Tanzunterricht und stand bereits als junge Frau vor der Kamera.
1955 spielte Hörbiger in Der Major und die Stiere und in Kronprinz Rudolfs letzte Liebe, in dem sie Mary Vetsera verkörperte. 1959 trat sie am Wiener Burgtheater als Recha in Lessings Nathan der Weise auf. Der Beginn war schwierig, doch Hörbiger arbeitete weiter an der Bühne, ging nach Heidelberg und später an das Schauspielhaus Zürich. Von 1969 bis 1972 spielte sie bei den Salzburger Festspielen die Buhlschaft in Jedermann.
Seit den 1960er-Jahren arbeitete Hörbiger häufig für Fernsehproduktionen. Serien und Fernsehfilme machten sie in Österreich und Deutschland besonders präsent, darunter Donaug'schichten und später Das Erbe der Guldenburgs. Im Kino gehörte Helmut Dietls Schtonk! zu ihren bekanntesten Arbeiten. Mit Tafelspitz, Alles auf Anfang, Die Gottesanbeterin und vielen Fernsehfilmen zeigte sie ein Rollenprofil zwischen Komödie, Gesellschaftsstück, Krimi und ernsteren Altersrollen.
Von 1999 bis 2004 spielte Hörbiger in Julia - Eine ungewöhnliche Frau die Bezirksrichterin Julia Laubach. Die Rolle wurde zu einem ihrer prägenden Fernseherfolge und brachte ihr 2003 den Deutschen Fernsehpreis als beste Serienschauspielerin. Neben weiteren Auszeichnungen erhielt sie den Karl-Valentin-Orden, mehrere Romy-Preise, die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk und den Titel Kammerschauspielerin.
Hörbiger war seit 2003 UNICEF-Botschafterin für Österreich und engagierte sich außerdem im Umfeld der Krebshilfe. Sie trat bei Gedenkveranstaltungen auf, unterstützte soziale Anliegen und blieb auch in späteren Jahren im österreichischen Kulturleben präsent.
Christiane Hörbiger starb am 30. November 2022 in Wien. Sie wurde 84 Jahre alt und wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt. Ihre Laufbahn verband Theatertradition, populäres Fernsehen und Filmrollen, die oft mit Präsenz, Witz und genauer Beobachtung arbeiteten.
bis 1967
bis 1978
Der Besuch der alten Dame
Gesamtwerk