

Italienischer Dirigent
Königreich Italien
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Claudio Abbado (* 26. Juni 1933 in Mailand; gestorben am 20. Januar 2014 in Bologna) war ein italienischer Dirigent. Er prägte die Mailänder Scala, das London Symphony Orchestra, die Wiener Staatsoper, die Berliner Philharmoniker und das Lucerne Festival Orchestra. Abbado stand für eine Dirigierkunst, die große sinfonische Tradition, Oper, neue Musik und die Arbeit mit jungen Orchestern miteinander verband.
Abbado wurde in eine Musikerfamilie hineingeboren. Sein Vater Michelangelo Abbado war Geiger und Pädagoge, sein Bruder Marcello wurde Pianist und Komponist. Claudio Abbado studierte am Konservatorium in Mailand und später in Wien bei Hans Swarowsky. Früh lernte er, Musik nicht nur als Klangereignis, sondern als gemeinsame Arbeit von Partitur, Musikerinnen und Musikern, Raum und Publikum zu verstehen.
An der Mailänder Scala wurde Abbado in den 1960er Jahren zu einer prägenden Kraft. Zwischen 1966 und 1986 stieg er dort zum Musikdirektor auf. Er öffnete das Haus stärker für neue Programme, zeitgenössische Musik und ein breiteres Publikum. In der Oper verband er Genauigkeit mit dramatischer Beweglichkeit. Besonders wichtig wurden für ihn Werke von Verdi, Rossini, Mussorgski, Berg und anderen Komponisten, deren Musik er aus historischer Kenntnis und gegenwärtiger Neugier heraus interpretierte.
Abbado leitete von 1979 bis 1988 das London Symphony Orchestra und wurde 1986 Musikdirektor der Wiener Staatsoper. Am 8. Oktober 1989 wählten ihn die Berliner Philharmoniker zum Nachfolger Herbert von Karajans. In Berlin führte er das Orchester durch eine Zeit des kulturellen Umbruchs nach dem Mauerfall. Sein Arbeiten galt weniger als autoritäre Steuerung von außen, sondern als Suche nach einem transparenten, kammermusikalischen Zusammenspiel im großen Orchester.
Abbado engagierte sich stark für junge Musikerinnen und Musiker. Er war mit dem European Union Youth Orchestra verbunden und gründete oder prägte Ensembles wie das Chamber Orchestra of Europe, das Mahler Chamber Orchestra und später das Lucerne Festival Orchestra. Gerade in Luzern entstand nach schwerer Krankheit ein spätes Zentrum seines Arbeitens. Dort sammelte er Musikerinnen und Musiker, mit denen er Mahler, Beethoven und zeitgenössische Programme auf eine sehr konzentrierte Weise erarbeitete.
Claudio Abbado starb am 20. Januar 2014 in Bologna. Seine Biografie steht für eine leise, aber weitreichende Form musikalischer Autorität. Er führte Orchester nicht über bloße Geste oder Macht, sondern über Hören, Vertrauen und die gemeinsame Arbeit am Klang.
bis 1968