

Republikanischer Politiker und 41. Präsident der USA
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George Bush Presidential Library
George H. W. Bush (* 12. Juni 1924 in Milton, Massachusetts; gestorben am 30. November 2018 in Houston, Texas) war der 41. Präsident der Vereinigten Staaten. Vor seiner Amtszeit war er Marineflieger im Zweiten Weltkrieg, Unternehmer in Texas, Kongressabgeordneter, UN-Botschafter, Leiter des US-Verbindungsbüros in China, CIA-Direktor und Vizepräsident unter Ronald Reagan. Seine Präsidentschaft von 1989 bis 1993 fiel in eine weltpolitische Umbruchzeit: Ende des Kalten Krieges, deutsche Einheit, Zerfall der Sowjetunion und Golfkrieg.

Bush wuchs in einer wohlhabenden Familie mit politischer Tradition auf. Sein Vater Prescott Bush wurde später Senator für Connecticut. Nach dem Abschluss an der Phillips Academy meldete sich George H. W. Bush an seinem 18. Geburtstag zur U.S. Navy. Als Torpedobomberpilot flog er im Pazifik zahlreiche Kampfeinsätze. Am 2. September 1944 wurde sein Flugzeug getroffen; Bush konnte abspringen und wurde von einem amerikanischen U-Boot gerettet. Für seinen Einsatz erhielt er das Distinguished Flying Cross. 1945 heiratete er Barbara Pierce. Nach dem Krieg studierte er in Yale und ging anschließend nach Texas in die Ölindustrie.
In Texas baute Bush eine Laufbahn als Unternehmer und Republikaner auf. 1966 wurde er in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Danach folgte eine Reihe von Ämtern, die sein politisches Profil stark von internationaler Erfahrung prägten: Botschafter bei den Vereinten Nationen, Vorsitzender des Republican National Committee während Watergate, Leiter des US-Verbindungsbüros in Peking und Direktor der CIA. Diese Stationen machten ihn nicht zum großen Ideologen, sondern zu einem Politiker der Apparate, Kontakte und Dossiers. Er kannte Washington, Diplomatie und Sicherheitsapparate aus der Nähe.
1980 kandidierte Bush zunächst selbst für die republikanische Präsidentschaftsnominierung und kritisierte Ronald Reagans Wirtschaftskonzept als voodoo economics. Nach seiner Niederlage wurde er Reagans Running Mate. Von 1981 bis 1989 war Bush Vizepräsident. In dieser Rolle wirkte er loyal, zurückhaltend und international erfahren. Er wurde Teil der Reagan-Ära, blieb aber weniger ideologisch aufgeladen als viele ihrer Wortführer. 1988 gewann er die Präsidentschaftswahl gegen Michael Dukakis und versprach eine kinder, gentler nation.
Bushs Amtsantritt 1989 fiel in eine außergewöhnliche Phase. In Osteuropa brachen kommunistische Regime zusammen, die Berliner Mauer fiel, Deutschland wurde wiedervereinigt und die Sowjetunion löste sich auf. Bush handelte dabei meist vorsichtig und diplomatisch. Er vermied Triumphgesten, arbeitete mit Michail Gorbatschow und europäischen Partnern und unterstützte die deutsche Einheit innerhalb der NATO. Diese Zurückhaltung war eine seiner Stärken: Sie half, einen historischen Machtwechsel ohne großen Krieg zwischen den Blöcken zu begleiten.
Nicht alle außenpolitischen Entscheidungen waren so unstrittig. Im Dezember 1989 ordnete Bush die Invasion Panamas an, um Manuel Noriega zu stürzen; der Einsatz wurde international kritisiert und kostete vor allem panamaische Zivilisten das Leben. 1990 besetzte der Irak Kuwait. Bush baute daraufhin eine breite internationale Koalition auf, stützte sich auf UN-Resolutionen und entsandte Truppen nach Saudi-Arabien. Operation Desert Storm begann im Januar 1991 und führte zur Befreiung Kuwaits. Der schnelle militärische Erfolg stärkte Bushs Ansehen, war aber zugleich Teil einer Nahostordnung, deren Folgen die USA lange beschäftigen sollten.
Innenpolitisch blieb Bush weniger prägend, doch einzelne Entscheidungen waren wichtig. 1990 unterzeichnete er den Americans with Disabilities Act, ein zentrales Bürgerrechtsgesetz für Menschen mit Behinderungen. Ebenfalls 1990 stimmte er einem Haushaltskompromiss mit Steuererhöhungen zu und brach damit sein Wahlversprechen read my lips: no new taxes. Der Schritt war fiskalisch begründbar, beschädigte ihn aber politisch schwer. Rezession, Arbeitslosigkeit und der Eindruck mangelnder innenpolitischer Energie bestimmten den Wahlkampf 1992. Bush verlor gegen Bill Clinton; Ross Perots unabhängige Kandidatur entzog ihm zusätzlich Stimmen.
Nach seiner Präsidentschaft blieb Bush öffentlich präsent, aber meist weniger laut als viele Nachfolger. Gemeinsam mit Bill Clinton engagierte er sich nach Naturkatastrophen für Hilfsaktionen. 2001 erlebte er, wie sein Sohn George W. Bush Präsident wurde. Damit gehörten die Bushs nach John Adams und John Quincy Adams zur seltenen Vater-Sohn-Konstellation im Weißen Haus. 2011 erhielt George H. W. Bush von Barack Obama die Presidential Medal of Freedom. In seinen letzten Jahren war er gesundheitlich eingeschränkt, blieb aber mit seiner Familie, der Präsidentenbibliothek in College Station und öffentlichen Ritualen verbunden.
George H. W. Bush starb am 30. November 2018 in Houston. Er wurde 94 Jahre alt und wurde bei seiner Präsidentenbibliothek in College Station beigesetzt, neben Barbara Bush und der früh verstorbenen Tochter Robin. Sein Vermächtnis liegt vor allem in der Außenpolitik: im Übergang aus dem Kalten Krieg, in der deutschen Einheit und in der Koalition gegen Saddam Hussein. Zugleich gehört zu seiner Bilanz ein Präsident, der innenpolitisch weniger überzeugte und an einer wirtschaftlichen Stimmung scheiterte, die militärischer Erfolg nicht ausgleichen konnte.
bis 1942
Bachelor of Arts · bis 1948
bis 2018
Director of Central Intelligence · bis 1977