

Deutscher katholischer Bischof
Joachim Wanke (* 4. Mai 1941 in Breslau; gestorben am 12. März 2026 in Erfurt) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher, Neutestamentler und Bischof von Erfurt. Er leitete das kirchliche Gebiet von Erfurt über drei Jahrzehnte und wurde 1994 erster Bischof des neu errichteten Bistums Erfurt.
Joachim Christian Wanke wurde in Breslau geboren. Sein Vater starb 1944; 1945 kam die Familie nach der Vertreibung aus Schlesien nach Ilmenau. Dort wuchs Wanke auf und legte 1959 das Abitur ab. 1960 begann er in Erfurt das Theologiestudium. Die katholische Kirche in Thüringen lebte damals in einer mehrheitlich nicht katholischen Umgebung und unter den Bedingungen der DDR.
Am 26. Juni 1966 empfing Wanke im Erfurter Dom die Priesterweihe. Anschließend arbeitete er in der Seelsorge und in der theologischen Ausbildung. Ab 1974 lehrte er Neutestamentliche Exegese am Philosophisch-Theologischen Studium Erfurt, 1975 wurde daraus eine Dozentur, 1978 übernahm er den Lehrstuhl. Seine theologische Arbeit blieb eng mit der Auslegung der Heiligen Schrift verbunden.
1980 ernannte Papst Johannes Paul II. Wanke zum Weihbischof in Erfurt-Meiningen. Nach dem Tod Hugo Aufderbecks übernahm er 1981 die Leitung des damaligen Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen. Damit stand er in den letzten DDR-Jahren an einer kirchlichen Schnittstelle zwischen Seelsorge, staatlichem Druck, ökumenischen Kontakten und gesellschaftlichem Wandel.
Am 8. Juli 1994 wurde das Bistum Erfurt errichtet, und Wanke wurde sein erster Diözesanbischof. Er begleitete den Aufbau der Diözese nach der deutschen Wiedervereinigung, förderte die Theologische Fakultät Erfurt und arbeitete in Gremien der Deutschen Bischofskonferenz. 2011 empfing das Bistum während seiner Amtszeit Papst Benedikt XVI. in Erfurt und Etzelsbach.
Am 1. Oktober 2012 wurde sein Rücktrittsgesuch angenommen. Joachim Wanke starb am 12. März 2026 in Erfurt. Er wurde 84 Jahre alt. Sein Weg bleibt mit der katholischen Kirche in Thüringen verbunden: mit Schriftstudium, Diaspora-Seelsorge, Aufbauarbeit nach 1990 und einem Bischofsamt, das lange vor und nach der Wiedervereinigung Verantwortung trug.