

US-amerikanischer Schauspieler und Diplomat
Beverly Hills
West-Point-Soldatenfriedhof
John Gavin (* 8. April 1931 in Los Angeles als Juan Vincent Apablasa; gestorben am 9. Februar 2018 in Beverly Hills) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Gewerkschaftsfunktionär und Diplomat. Bekannt wurde er durch Filme wie Imitation of Life, Psycho und Spartacus; später war er Präsident der Screen Actors Guild und Botschafter der Vereinigten Staaten in Mexiko.
Gavin wuchs in Kalifornien auf. Sein Vater hatte chilenische Wurzeln, seine Mutter wurde in Mexiko geboren; Spanisch gehörte zu seinem familiären Hintergrund. Nach katholischen Schulen studierte er an der Stanford University und diente anschließend als Nachrichtendienstoffizier in der US Navy während des Koreakriegs. Diese Ausbildung und seine Kenntnisse Lateinamerikas wurden später wichtig, als er in die Diplomatie wechselte.
Zum Film kam Gavin über Universal. Er wurde zunächst wegen seines Aussehens und seiner geradlinigen Leinwandpräsenz besetzt, arbeitete aber mit Regisseuren, die mehr aus diesem Image machten. Douglas Sirk gab ihm in A Time to Love and a Time to Die und Imitation of Life Rollen in melodramatischen Stoffen. 1960 stand er in Alfred Hitchcocks Psycho als Sam Loomis vor der Kamera und spielte im selben Jahr in Stanley Kubricks Spartacus Julius Caesar.
Gavins Filmkarriere blieb sichtbar, aber nicht einfach. Er wurde oft als eleganter, zuverlässiger Leading Man besetzt, zugleich haftete ihm der Eindruck des glatten Studiostars an. In Thoroughly Modern Millie spielte er mit seinem eigenen Image. Anfang der 1970er-Jahre war er sogar als James Bond für Diamonds Are Forever vorgesehen, bevor Sean Connery in die Rolle zurückkehrte. Diese beinahe entstandene Bond-Karriere blieb Teil seiner Filmgeschichte.
Von 1971 bis 1973 war Gavin Präsident der Screen Actors Guild. Damit stand er an der Spitze einer wichtigen Schauspielergewerkschaft in einer Zeit, in der Arbeitsbedingungen, Verträge und die Macht der Studios neu verhandelt wurden. Politisch bewegte er sich im Umfeld Ronald Reagans. 1981 ernannte Reagan ihn zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Mexiko. Gavin brachte Spanischkenntnisse, lateinamerikanische Bildung und Hollywood-Bekanntheit mit, wurde aber auch wegen seines direkten, oft konfrontativen Stils kritisiert.
Gavin überreichte am 5. Juni 1981 seine Beglaubigung und blieb bis Juni 1986 im Amt. Seine Zeit fiel in eine schwierige Phase der US-mexikanischen Beziehungen: Wirtschaftskrise, Ölpreise, Schulden, Migration und die Konflikte in Mittelamerika belasteten das Verhältnis. Gavin galt als umstritten, aber nicht unwichtig. Einige Beobachter sahen in ihm einen energischen Vertreter amerikanischer Interessen; andere kritisierten, dass sein Auftreten Spannungen eher verschärfte.
John Gavin starb am 9. Februar 2018 in Beverly Hills. Er wurde 86 Jahre alt. Seine Laufbahn blieb ungewöhnlich: Sie führte vom klassischen Studiosystem über Gewerkschaftsarbeit bis in die Diplomatie.