

Österreichischer Politiker
Jörg Haider (* 26. Januar 1950 in Bad Goisern; gestorben am 11. Oktober 2008 nahe Klagenfurt) war ein österreichischer Politiker. Er prägte die FPÖ über viele Jahre, war Landeshauptmann von Kärnten und gründete 2005 das Bündnis Zukunft Österreich. Haider wurde zu einer zentralen Figur des europäischen Rechtspopulismus: erfolgreich in Wahlen, scharf in der Inszenierung gegen das politische Establishment und international umstritten wegen fremdenfeindlicher Rhetorik und NS-verharmlosender Aussagen.
Haider studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien und promovierte 1973. Schon früh engagierte er sich in der FPÖ und in deren Jugendorganisation. In Kärnten baute er seine politische Basis auf. Er trat dynamisch, medienbewusst und konfrontativ auf. Diese Mischung half ihm, die damals vergleichsweise kleine FPÖ aus einer liberal-nationalen Nische zu einer Partei zu formen, die in Österreich breite Proteststimmungen und rechte Identitätspolitik bündeln konnte.
Am 13. September 1986 setzte sich Haider auf dem FPÖ-Parteitag in Innsbruck gegen Norbert Steger durch und wurde Bundesparteiobmann. Damit verschob sich die Partei deutlich nach rechts. In Kärnten wurde Haider 1989 erstmals Landeshauptmann. 1991 musste er nach einer Äußerung über die „ordentliche Beschäftigungspolitik“ des nationalsozialistischen Deutschlands politisch zurückweichen. Die Episode blieb ein wichtiger Bezugspunkt für die Kritik an seinem Umgang mit der NS-Vergangenheit.
In den 1990er Jahren machte Haider die FPÖ zu einer der stärksten Parteien Österreichs. Seine Politik verband Anti-Establishment-Rhetorik, Kritik an Einwanderung, Angriffe auf politische Gegner und eine stark persönliche Führung. 1999 wurde er erneut Landeshauptmann von Kärnten. Bei der Nationalratswahl desselben Jahres erreichte die FPÖ ein historisch starkes Ergebnis. Die anschließende Regierungsbeteiligung der FPÖ ab 2000 führte international zu heftigen Reaktionen und zu diplomatischen Maßnahmen der übrigen EU-Staaten gegen Österreich.
2005 kam es zur Spaltung. Haider und andere führende Freiheitliche gründeten das Bündnis Zukunft Österreich. Das BZÖ blieb besonders in Kärnten eng mit seiner Person verbunden. Bei der Nationalratswahl 2008 erzielte die Partei deutliche Zugewinne. Haider schien wieder an nationaler Bedeutung zu gewinnen, ohne seine umstrittene Vergangenheit und seine politische Rhetorik abstreifen zu können.
Jörg Haider starb am 11. Oktober 2008 nach einem Autounfall nahe Klagenfurt. Ermittlungen berichteten von stark überhöhter Geschwindigkeit; später wurde auch eine erhebliche Alkoholisierung bekannt. Sein Tod beendete eine Laufbahn, die Österreichs Parteienlandschaft verändert hatte. Haiders politische Bedeutung liegt vor allem darin, dass er rechtspopulistische Strategien in Österreich massentauglich machte und damit weit über Kärnten hinaus wirkte.
Doktor der Rechte · bis 1973
wissenschaftlicher Mitarbeiter · bis 1976