

Britische Politikerin und Premierministerin des Vereinigten Königreiches
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Margaret Thatcher (* 13. Oktober 1925 in Grantham als Margaret Hilda Roberts; gestorben am 8. April 2013 in London) war eine britische Politikerin der Conservative Party. Von 1979 bis 1990 war sie Premierministerin des Vereinigten Königreichs, die erste Frau in diesem Amt und die am längsten ununterbrochen amtierende britische Regierungschefin des 20. Jahrhunderts. Ihr Name steht für eine tiefgreifende politische und wirtschaftliche Wende, aber auch für scharfe gesellschaftliche Konflikte.

Margaret Roberts wuchs in Grantham als Tochter eines Lebensmittelhändlers und Kommunalpolitikers auf. Ihr Vater Alfred Roberts prägte sie mit methodistischem Pflichtgefühl, Selbstdisziplin und einer Vorstellung von persönlicher Verantwortung. In Oxford studierte sie Chemie am Somerville College und arbeitete später kurz in der Industrie. Zugleich zog es sie früh in die Politik. 1951 heiratete sie Denis Thatcher; nach juristischer Ausbildung wurde sie Barrister. Diese Mischung aus naturwissenschaftlicher Ausbildung, Rechtsdenken und politischem Ehrgeiz gehörte zu ihrem späteren Auftreten: argumentativ, präzise, hart in der Auseinandersetzung.
1959 wurde Thatcher für Finchley ins Unterhaus gewählt. In der Regierung Edward Heath war sie von 1970 bis 1974 Bildungsministerin. Öffentliche Bekanntheit brachte ihr dort auch eine unpopuläre Sparmaßnahme bei kostenloser Schulmilch ein. Nach der Wahlniederlage der Conservatives stellte sie Heaths Führung infrage und wurde 1975 Parteivorsitzende. Der sowjetische Spitzname Iron Lady wurde zu einem Teil ihres politischen Bildes. Thatcher verstand sich als Gegenkraft zu Inflation, Gewerkschaftsmacht, staatlichem Konsensdenken und dem Gefühl eines britischen Niedergangs.
Am 4. Mai 1979 wurde Thatcher Premierministerin. Ihre Regierung setzte auf Inflationsbekämpfung, Privatisierungen, geringere Rolle des Staates, mehr Markt, den Verkauf kommunaler Wohnungen und eine harte Linie gegenüber Gewerkschaften. Diese Politik veränderte Großbritannien dauerhaft. Für Unterstützer stand sie für wirtschaftliche Modernisierung, Eigentum, Unternehmertum und das Ende eines lähmenden Nachkriegskonsenses. Für Gegner bedeutete sie Deindustrialisierung, wachsende Ungleichheit, soziale Kälte und den Bruch ganzer Arbeitsmilieus.
Der Falklandkrieg 1982 stärkte Thatchers Stellung erheblich und trug zum deutlichen Wahlsieg 1983 bei. Im Inneren wurde der Bergarbeiterstreik von 1984/85 zum härtesten sozialen Konflikt ihrer Regierungszeit. Die Regierung gab nicht nach; viele Bergarbeiterregionen erlebten Niederlage, Arbeitsplatzverlust und langfristige soziale Folgen. Im Oktober 1984 überlebte Thatcher den Bombenanschlag der IRA auf das Parteitagshotel in Brighton. Ihre Reaktion festigte das Bild einer Politikerin, die unter Druck nicht zurückwich.
In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre vertiefte Thatcher ihre Wirtschaftsreformen, darunter die Deregulierung der Londoner Finanzmärkte. Zugleich wuchsen Spannungen in ihrer Partei, besonders über Europa und über die Community Charge, bekannt als Poll Tax. Die Steuer löste massiven Widerstand aus und untergrub ihre Autorität. 1990 verlor Thatcher den Rückhalt in der Conservative Party und trat als Premierministerin zurück. Sie blieb danach eine einflussreiche Stimme der britischen Rechten und wurde 1992 als Baroness Thatcher Mitglied des House of Lords.
Margaret Thatcher starb am 8. April 2013 in London. Sie wurde 87 Jahre alt. Ihre politische Wirkung ist ungewöhnlich stark, weil sie nicht nur einzelne Entscheidungen hinterließ, sondern eine neue politische Sprache: Markt, Eigentum, Verantwortung, nationale Entschlossenheit und Skepsis gegenüber staatlicher Ausweitung. Diese Sprache prägte auch Gegner und Nachfolger. Thatcher bleibt deshalb eine der bedeutendsten und umstrittensten Figuren der modernen britischen Geschichte.
Bachelor of Science · bis 1947
bis 2003