

Deutsch-österreichische Filmschauspielerin, Sängerin und Tänzerin
Helenenfriedhof (Baden bei Wien)
Marika Rökk (* 3. November 1913 in Kairo als Marie Karoline Rökk; gestorben am 16. Mai 2004 in Baden bei Wien) war eine deutsch-österreichische Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin ungarischer Herkunft. Sie wurde durch Revue-, Operetten- und Musikfilme bekannt und gehörte zu den großen Ufa-Stars der 1930er- und 1940er-Jahre.
Rökk wurde in Ägypten als Tochter ungarischer Eltern geboren und wuchs in Budapest auf. Schon als Kind erhielt sie Tanzunterricht. In den 1920er-Jahren zog die Familie nach Paris, wo Rökk in Revue-Umfeldern auftrat; später folgten Engagements auf internationalen Bühnen. Ihre frühe Karriere war stark vom Tanz geprägt: Tempo, Stepp, Akrobatik und Bühnenpräsenz wurden zu Merkmalen ihres Auftretens.
1934 wurde Rökk von der Ufa verpflichtet. Mit Leichte Kavallerie begann 1935 ihre deutsche Filmkarriere. Danach spielte sie in Filmen wie Der Bettelstudent, Gasparone und Hallo Janine, häufig gemeinsam mit Johannes Heesters. Die Ufa setzte sie als energiegeladenen Revue-Star ein, der Gesang, Tanz und Komödie verband und dem deutschen Unterhaltungskino ein international wirkendes Format gab.
Rökks Erfolg fällt in die Zeit der nationalsozialistischen Filmproduktion. Viele ihrer Filme waren musikalische Unterhaltungsfilme, doch sie entstanden in einem System, das Kino politisch steuerte und Stars für Rollenbilder, Ablenkung und Zustimmung nutzte. Sie wirkte auch in Produktionen mit, die der NS-Propaganda zugerechnet werden. Diese Einordnung gehört zu ihrem Werk, ohne ihre künstlerische Technik von der politischen Funktion des damaligen Filmgeschäfts zu trennen.
Nach 1945 erhielt Rökk zeitweise ein Auftrittsverbot, das später aufgehoben wurde. Mit Filmen wie Fregola, Kind der Donau und Die Csárdásfürstin knüpfte sie an ihr Publikum an, auch wenn die Bedingungen des Nachkriegskinos andere waren. Daneben blieb sie auf Operetten- und Revuebühnen präsent. Noch in späteren Jahrzehnten trat sie in Theaterproduktionen, Fernsehshows und einzelnen Filmen auf.
Rökk war mit dem Regisseur Georg Jacoby und später mit Fred Raul verheiratet; ihre Tochter Gabriele Jacoby wurde ebenfalls Schauspielerin. Nach ihrem Tod erwarb die Deutsche Kinemathek Teile ihres Nachlasses und stellte ihn 2005 aus. Später berichteten Medien über freigegebene Geheimdienstunterlagen, nach denen westdeutsche Stellen sie als mögliche sowjetische Agentin betrachteten. Was sie tatsächlich wusste oder weitergab, blieb in den Berichten unklar.
Marika Rökk starb am 16. Mai 2004 in Baden bei Wien. Sie wurde 90 Jahre alt. Ihr Andenken ist eng mit dem deutschsprachigen Musikfilm verbunden, aber auch mit der Frage, wie Unterhaltungskarrieren im Umfeld diktatorischer Kulturpolitik bewertet werden.
bis 1964
bis 1985