

Österreichisch-schweizerischer Schauspieler, Regisseur und Produzent
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Wiener Zentralfriedhof
Maximilian Schell (* 8. Dezember 1930 in Wien; gestorben am 1. Februar 2014 in Innsbruck) war ein österreichisch-schweizerischer Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent und Musiker. International bekannt wurde er durch Judgment at Nuremberg, auf Deutsch Das Urteil von Nürnberg. Für seine Rolle als Verteidiger Hans Rolfe erhielt er 1962 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Schells Werk reichte jedoch weit über diesen Erfolg hinaus: Er arbeitete im Kino, am Theater, in Operninszenierungen und als Dokumentarfilmer.
Schell wurde in eine künstlerische Familie geboren. Sein Vater Hermann Ferdinand Schell war Schriftsteller, seine Mutter Margarethe Noé von Nordberg Schauspielerin. Nach dem „Anschluss“ Österreichs ging die Familie in die Schweiz. Die Flucht aus Österreich und das Aufwachsen in der Schweiz gehören zu den prägenden biografischen Voraussetzungen seiner späteren internationalen Laufbahn. Auch seine Schwester Maria Schell wurde eine der bekanntesten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Films.
Maximilian Schell begann am Theater und fand früh zum Film. Seine Präsenz war zugleich kontrolliert und intensiv: Er konnte intellektuelle Schärfe, moralische Spannung und emotionale Dringlichkeit verbinden. Schon seine frühen Rollen zeigten, dass er nicht nur als Darsteller eines bestimmten nationalen Kinos wahrgenommen werden konnte. Er arbeitete im deutschsprachigen Raum, in Großbritannien und in den USA und bewegte sich damit zwischen europäischen Bühnen und internationalem Film.
Der internationale Durchbruch kam mit Stanley Kramers Judgment at Nuremberg. Schell spielte den Verteidiger Hans Rolfe in einem Film über Schuld, Recht und die Nachwirkungen der nationalsozialistischen Verbrechen. Seine Darstellung war präzise und rhetorisch stark; sie machte die Spannung zwischen juristischer Verteidigung und historischer Verantwortung sichtbar. Am 9. April 1962 erhielt Schell dafür den Oscar als bester Hauptdarsteller.
Schell blieb nicht beim Schauspiel stehen. Er führte Regie, schrieb Drehbücher und produzierte Filme. Sein Dokumentarfilm Marlene von 1984 über Marlene Dietrich wurde besonders bekannt, weil Dietrich zwar interviewt wurde, aber ihr aktuelles Bild verweigerte. Dadurch entstand ein Film über Erinnerung, Inszenierung und die Kontrolle des eigenen Mythos. Der Film zeigt, wie eng Schell dokumentarische Recherche mit Fragen nach Bild, Stimme und Selbstinszenierung verband.
In späteren Jahren arbeitete Schell weiter für Film, Fernsehen und Bühne. Er blieb ein europäischer Künstler mit internationaler Reichweite, zugleich Schauspieler und Autor eigener Projekte. Maximilian Schell starb am 1. Februar 2014 in Innsbruck. Seine Laufbahn verbindet Schauspielkunst, Zeitgeschichte und einen genauen Blick auf öffentliche Bilder.
Das Urteil von Nürnberg
Das Urteil von Nürnberg
bis 2005
Stalin