

Katholischer Erzbischof und Diplomat aus der Schweiz
Peter Stephan Zurbriggen (* 27. August 1943 in Brig; gestorben am 28. August 2022 ebenda) war ein Schweizer römisch-katholischer Erzbischof und Diplomat des Heiligen Stuhls. Er wirkte als Apostolischer Delegat und Nuntius in Mosambik, im Südkaukasus, im Baltikum und von 2009 bis 2018 in Österreich. Sein kirchlicher Weg führte vom Wallis über Rom in Länder, in denen die Beziehungen zwischen Ortskirche, Staat und Vatikan oft neu geordnet wurden.
Zurbriggen wurde in Brig im Kanton Wallis geboren. Nach seiner theologischen Ausbildung wurde er am 10. Oktober 1969 in Rom zum Priester geweiht. 1970 trat er in die Päpstliche Diplomatenakademie ein. Dort begann die Vorbereitung auf einen Dienst, der Seelsorge, Kirchenrecht, Sprachen, internationale Politik und die Vertretung des Heiligen Stuhls miteinander verband.
Am 13. November 1993 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Glastonbury und zum Apostolischen Delegaten in Mosambik. Am 6. Januar 1994 empfing Zurbriggen im Petersdom die Bischofsweihe. 1996 wurde er Apostolischer Nuntius in Mosambik. Danach folgten Aufgaben in Georgien, Armenien und Aserbaidschan, also in einer Region, in der kleine katholische Gemeinschaften, alte christliche Traditionen und staatliche Neuordnungen nach dem Ende der Sowjetunion zusammenkamen.
2001 wurde Zurbriggen Apostolischer Nuntius in Litauen, Lettland und Estland. Zusätzlich war er zeitweise Apostolischer Administrator von Estland. Der Dienst im Baltikum fiel in Jahre, in denen die Staaten ihre europäischen Beziehungen vertieften und kirchliche Strukturen nach Jahrzehnten sowjetischer Herrschaft weiter stabilisiert wurden. Zurbriggen arbeitete dabei als Vertreter des Papstes und als diplomatischer Ansprechpartner für Regierungen und Ortskirchen.
Am 14. Januar 2009 ernannte Papst Benedikt XVI. Zurbriggen zum Apostolischen Nuntius in Österreich. Diese Aufgabe führte ihn nach Wien, wo die Nuntiatur zugleich kirchliche und diplomatische Schnittstelle ist. Bis zu seiner Emeritierung am 30. November 2018 vertrat er den Heiligen Stuhl in Österreich, nahm an kirchlichen Feiern teil, pflegte Kontakte zu Bischöfen, Politik und Religionsgemeinschaften und begleitete innerkirchliche Entwicklungen.
Am 30. November 2018 endete Zurbriggens Dienst als Apostolischer Nuntius in Österreich. Danach kehrte er in die Schweiz zurück. Sein späterer Weg führte ihn wieder in das Wallis, aus dem er stammte.
Peter Stephan Zurbriggen starb am 28. August 2022 in Brig, einen Tag nach seinem 79. Geburtstag. Die Beisetzung fand am 29. August 2022 in Brig statt; aus dem Vatikan wurde ein Gruß an Trauerfamilie und Gemeinde übermittelt. Seine Laufbahn verlief über diplomatische Beziehungen, Ernennungen, Gespräche und die Begleitung von Ortskirchen in sehr verschiedenen politischen Situationen.