

Niederländischer Showmaster
Heiligenfelde
Rudi Carrell, geboren als Rudolf Wijbrand Kesselaar (* 19. Dezember 1934 in Alkmaar; gestorben am 7. Juli 2006 in Bremen), war ein niederländischer Entertainer, Sänger, Fernsehmoderator, Autor und Produzent. Er arbeitete erst in den Niederlanden und wurde ab den 1960er-Jahren zu einer festen Stimme der deutschen Fernsehunterhaltung.
Carrell stammte aus einer Künstlerfamilie; sein Vater André Carrell trat als Komiker auf. Schon als Jugendlicher stand Rudi Carrell auf der Bühne und übernahm Auftritte, wenn sein Vater verhindert war. In den 1950er-Jahren wechselte er zum Rundfunk und Fernsehen. 1960 vertrat er die Niederlande beim Eurovision Song Contest in London.
Mitte der 1960er-Jahre kam Carrell nach Westdeutschland. Er lernte die Sprache, behielt seinen niederländischen Akzent aber bewusst als Teil seiner Bühnenfigur. Mit der deutschen Rudi Carrell Show verband er Musik, Sketche, Spielideen und sorgfältig vorbereitete Pointen. Sein Arbeitsort wurde vor allem Bremen und Radio Bremen.
Am 27. April 1974 begann in der ARD Am laufenden Band. Die Sendung machte aus einfachen Erinnerungs- und Spielrunden ein aufwendiges Samstagabendformat. Carrell arbeitete mit festem Timing, wiederkehrenden Liedern und einem Sinn für die Mechanik von Fernsehunterhaltung. 1975 sang er Wann wird's mal wieder richtig Sommer, ein Lied, das eng mit seinem Namen verbunden blieb.
In den 1980er-Jahren moderierte Carrell unter anderem Rudis Tagesshow. Eine Khomeini-Parodie löste 1987 diplomatische Spannungen zwischen der Bundesrepublik und Iran aus; Carrell entschuldigte sich öffentlich. Später arbeitete er an Formaten wie Herzblatt, Die Rudi Carrell Show - Laß dich überraschen und 7 Tage, 7 Köpfe.
2005 wurde bei Carrell Lungenkrebs diagnostiziert. Im Februar 2006 nahm er die Goldene Kamera für sein Lebenswerk entgegen. Rudi Carrell starb am 7. Juli 2006 in Bremen. Seine Laufbahn verbindet niederländische Herkunft, deutsche Fernsehproduktion und eine Unterhaltungssprache, die auf Vorbereitung und Timing setzte.