

Österreichischer Komponist, Pianist und Sänger
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Wiener Zentralfriedhof
Udo Jürgens (* 30. September 1934 in Klagenfurt am Wörthersee als Jürgen Udo Bockelmann; gestorben am 21. Dezember 2014 in Münsterlingen, Schweiz) war ein österreichischer Sänger, Komponist und Pianist. Er schrieb über Jahrzehnte deutschsprachige Unterhaltungsmusik, die zwischen Schlager, Pop, Chanson und Bühnenlied stand. Zu seinen bekanntesten Liedern gehören Merci, Chérie, Griechischer Wein, Aber bitte mit Sahne, Mit 66 Jahren und Ich war noch niemals in New York.
Udo Jürgens wuchs in Ottmanach in Kärnten auf. Musik wurde früh zu einem eigenen Raum für ihn: Mundharmonika, Akkordeon und Klavier begleiteten seine Kindheit, später studierte er am Konservatorium Klagenfurt Klavier, Harmonielehre, Komposition und Gesang. Schon als Jugendlicher schrieb er eigene Stücke und gewann 1950 mit Je t'aime einen Komponistenwettbewerb des Österreichischen Rundfunks. Der Weg zur Bühne begann nicht glatt, sondern mit Jazz, Tanzmusik, Radiostudioarbeit und vielen Auftritten in Cafés und Clubs.
In den 1950er-Jahren trat er zeitweise unter dem Namen Udo Bolan auf, bevor er den Künstlernamen Udo Jürgens annahm. Plattenfirmen drängten ihn zunächst in leichte Schlagerformen, doch seine musikalischen Vorbilder lagen auch bei Frank Sinatra, Charles Aznavour und Gilbert Bécaud. Diese Verbindung aus Klavier, Melodie, Bühnenpräsenz und erzählendem Lied wurde später sein eigener Stil. Er wollte nicht nur Hits singen, sondern Lieder schreiben, die eine Szene, eine Haltung oder einen Konflikt hörbar machen.
Nach Eurovision-Teilnahmen 1964 und 1965 gewann Udo Jürgens am 5. März 1966 in Luxemburg mit Merci, Chérie den Grand Prix Eurovision de la Chanson für Österreich. Das Lied hatte er mit Thomas Hörbiger geschrieben. Der Sieg machte ihn international bekannt und öffnete den Weg zu großen Tourneen, Fernsehauftritten und einer Karriere, die nicht nur im deutschsprachigen Raum wirkte. In dieser Zeit entstanden auch Lieder wie Siebzehn Jahr, blondes Haar, Was ich dir sagen will und Immer wieder geht die Sonne auf.
In den 1970er-Jahren fand Jürgens eine Form, mit der er sehr unterschiedliche Themen in populäre Musik brachte. Griechischer Wein erzählte von Heimweh und Migration, Ein ehrenwertes Haus von gesellschaftlicher Enge, Aber bitte mit Sahne von Überfluss und Konsum, Mit 66 Jahren von Lust auf ein Leben jenseits fester Altersbilder. Seine Texte waren nicht radikal, aber oft genauer, als das Etikett Schlager vermuten lässt. Gerade deshalb erreichten sie Menschen, die sich sonst nicht unbedingt für politisches Lied oder Chanson interessierten.
Udo Jürgens blieb ein Bühnenarbeiter. Der weiße Bademantel nach den Konzerten wurde zum Markenzeichen, wichtiger blieb aber die Kombination aus Flügel, Orchester und direkter Ansprache an das Publikum. Zwischen 1967 und 2014 spielte er 25 Konzerttourneen; Millionen Menschen sahen ihn live. Auch im späteren Leben blieb er produktiv: Das Musical Ich war noch niemals in New York wurde ab 2007 ein großer Bühnenerfolg, der autobiografische Roman Der Mann mit dem Fagott wurde verfilmt, und 2014 erschien das Album Mitten im Leben.
Neben seiner Musik engagierte sich Jürgens unter anderem als Sonderbotschafter des UN-Flüchtlingshilfswerks und gründete 1998 die Udo Jürgens Stiftung, die Waisenkinder und Nachwuchsmusiker unterstützt. Am 7. Dezember 2014 gab er im Zürcher Hallenstadion sein letztes Konzert vor der Weihnachtspause. Am 21. Dezember 2014 brach er bei einem Spaziergang in Gottlieben zusammen und starb im Kantonsspital Münsterlingen an akutem Herzversagen. Er wurde 80 Jahre alt. Sein Werk bleibt bedeutsam, weil es Unterhaltung ernst nahm, ohne sie schwerfällig zu machen.
bis 1989
bis 2006