

Deutsch-amerikanische Schauspielerin
Uta Hagen (* 12. Juni 1919 in Göttingen; gestorben am 14. Januar 2004 in New York) war eine deutsch-amerikanische Schauspielerin, Theaterpädagogin und Autorin. Sie wurde am Broadway ausgezeichnet und prägte als Lehrerin am HB Studio mehrere Generationen von Schauspielerinnen und Schauspielern.
Hagen wurde in eine künstlerisch geprägte Familie geboren. Ihr Vater Oskar Hagen war Kunsthistoriker, ihre Mutter Thyra Leisner Sängerin. Die Familie zog in die Vereinigten Staaten, als Uta Hagen noch ein Kind war. Nach kurzen Studienzeiten in London und Wisconsin ging sie nach New York und begann früh professionell auf der Bühne zu arbeiten.
1938 gab Hagen ihr Broadway-Debüt als Nina in Tschechows The Seagull. Sie spielte später unter anderem Ophelia, Desdemona, Blanche DuBois und Georgie Elgin in The Country Girl, wofür sie ihren ersten Tony Award erhielt. Ihre bekannteste Rolle wurde Martha in Edward Albees Who's Afraid of Virginia Woolf?, die ihr einen weiteren Tony Award brachte.
In der McCarthy-Ära wurde Hagen in Hollywood auf die schwarze Liste gesetzt. Ihre Filmmöglichkeiten wurden dadurch stark eingeschränkt, und ihr Schwerpunkt blieb das New Yorker Theater. Diese Situation erklärt mit, warum ihr Einfluss weniger über Filmrollen als über Bühne, Unterricht und Bücher sichtbar wurde. Hagen arbeitete weiter, ohne ihr Selbstverständnis als Theaterschauspielerin aufzugeben.
Mit Herbert Berghof, den sie später heiratete, war Hagen eng mit dem HB Studio in Greenwich Village verbunden. Dort unterrichtete sie über Jahrzehnte. Ihre Methode verlangte genaue Beobachtung, konkrete Umstände und die Abkehr von leeren Effekten. In Respect for Acting und A Challenge for the Actor formulierte sie Übungen und Grundsätze, die weltweit in der Schauspielausbildung gelesen wurden.
Hagen erhielt 1999 einen Tony Award für ihr Lebenswerk und blieb auch im hohen Alter auf der Bühne und im Unterricht präsent. Zu ihren Schülerinnen und Schülern gehörten zahlreiche bekannte Darstellerinnen und Darsteller, doch ihre eigentliche Bedeutung lag nicht in einer Prominentenliste. Sie bestand darin, Schauspiel als wiederholbare, prüfbare Arbeit an Wahrhaftigkeit, Verhalten und Situation zu vermitteln.
Uta Hagen starb am 14. Januar 2004 in New York. Sie wurde 84 Jahre alt. Ihr Andenken ist mit dem amerikanischen Theater, mit kompromisslosem Schauspielunterricht und mit einem Werk verbunden, das Bühnenpraxis in klare, weitergebbare Übungen übersetzte.
bis 1948
bis 1990