

Deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor
Wolfgang Becker (* 22. Juni 1954 in Hemer; gestorben am 12. Dezember 2024 in Berlin) war ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor. International bekannt wurde er durch Good Bye, Lenin!, eine Tragikomödie über Familie, Erinnerung, politische Umbrüche und die Nachwendezeit.
Becker studierte Germanistik, Geschichte und Amerikanistik an der Freien Universität Berlin und wechselte danach an die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin. Sein Abschlussfilm Schmetterlinge wurde international ausgezeichnet, unter anderem mit einem Student Academy Award. Schon in seinen frühen Arbeiten verband Becker genaue Beobachtung mit einem Sinn für Timing, Komik und leise Melancholie.
1994 gründete Becker gemeinsam mit Tom Tykwer, Dani Levy und Stefan Arndt die Produktionsfirma X Filme Creative Pool. Dieses Umfeld prägte das deutsche Autorenkino der 1990er-Jahre. Mit Das Leben ist eine Baustelle erzählte Becker 1997 eine Berliner Gegenwartsgeschichte, in der private Unsicherheit, Krankheit, Liebe und städtischer Alltag nebeneinanderstehen.
2003 kam Good Bye, Lenin! in die Kinos. Der Film erzählt von Alex, der seiner aus dem Koma erwachten Mutter den Zusammenbruch der DDR verheimlichen will. Becker entwickelte daraus ein Spiel mit Bildern, Fürsorge, Selbsttäuschung und politischer Erinnerung. Der Film erreichte ein großes Publikum, wurde in vielen Ländern gezeigt und erhielt unter anderem den Europäischen Filmpreis als bester Film.
Beckers Filme interessieren sich für Menschen, die mit brüchigen Lebensentwürfen umgehen. In Good Bye, Lenin! geht es um die Frage, wie Geschichte in Wohnungen, Familiengesprächen, Nachrichtenbildern und Alltagsgegenständen weiterlebt. Der Humor bleibt dabei eng mit Verlust verbunden. Genau diese Mischung machte Beckers Kino zugänglich, ohne seinen Figuren Würde zu nehmen.
Nach Good Bye, Lenin! arbeitete Becker weiter für Kino und Fernsehen, blieb aber mit wenigen Projekten präsent. Er starb am 12. Dezember 2024 in Berlin nach schwerer Krankheit. Er wurde 70 Jahre alt. Sein Andenken bleibt mit einem Kino verbunden, das politische Umbrüche über Nähe, Familienbilder und genaue Details des Alltags erzählt.
Schmetterlinge
Good Bye Lenin!
Good Bye Lenin!
Good Bye Lenin!