

Deutscher Regisseur und Festspielleiter
Bayreuth
Stadtfriedhof Bayreuth
Wolfgang Wagner (* 30. August 1919 in Bayreuth; gestorben am 21. März 2010 ebenda) war ein deutscher Opernregisseur, Bühnenbildner und Leiter der Bayreuther Festspiele. Als Enkel Richard Wagners leitete er das Festival über Jahrzehnte, zuerst mit seinem Bruder Wieland, später allein.
Wolfgang Wagner wurde als Sohn von Siegfried Wagner und Winifred Wagner geboren. Er wuchs in einer Familie auf, in der Musik, Bühne, Festspielhaus und politische Belastung eng nebeneinander lagen. Die Nähe Winifred Wagners zu Adolf Hitler gehörte zur Nachgeschichte Bayreuths nach 1945. Wolfgangs Arbeit begann an einem Ort voller Tradition, Erwartung und Konflikt.
1951 nahmen Wieland und Wolfgang Wagner die Bayreuther Festspiele wieder auf. Wieland entwickelte eine radikal reduzierte Bildsprache, Wolfgang arbeitete als Regisseur, Organisator und Festspielleiter mit. Nach Wielands Tod 1966 führte Wolfgang das Festival allein weiter. Er hielt Bayreuth als Familienbetrieb zusammen und öffnete die Bühne zugleich für Regisseure, deren Arbeiten heftige Debatten auslösten.
Wolfgang Wagner inszenierte selbst zahlreiche Werke Richard Wagners, darunter Der fliegende Holländer, Die Meistersinger von Nürnberg und Teile des Ring des Nibelungen. Als Leiter entschied er über Besetzungen, Regieteams und langfristige Festivalpolitik. Die Bayreuther Aufführungen blieben dadurch ein Ort, an dem Musikgeschichte, Familiengeschichte und Gegenwartstheater aufeinandertrafen.
Unter Wolfgang Wagner entstanden Produktionen, die das Publikum teilten, darunter der Jahrhundertring von Patrice Chéreau und Pierre Boulez. Zugleich gab es immer wieder Kritik an langen Amtszeiten, familiären Zuständigkeiten und Nachfolgefragen. 2008 endete seine Leitung; danach übernahmen Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner gemeinsam die Festspiele.
Wolfgang Wagner starb am 21. März 2010 in Bayreuth. Er wurde 90 Jahre alt. Sein Leben bleibt mit der Frage verbunden, wie ein Festival musikalische Tradition, belastete Geschichte und erneuernde Regiearbeit zugleich verhandelt.
bis 1976