

Britischer theoretischer Physiker
Westminsterabtei
Stephen Hawking (* 8. Januar 1942 in Oxford; gestorben am 14. März 2018 in Cambridge) war ein britischer theoretischer Physiker, Kosmologe und Wissenschaftsautor. Er arbeitete über Schwarze Löcher, Singularitäten, Kosmologie und die Beziehung zwischen allgemeiner Relativitätstheorie, Quantenphysik und Thermodynamik. Weltweit bekannt wurde er auch durch A Brief History of Time, ein Buch, das Fragen nach Raum, Zeit, Urknall und Schwarzen Löchern in die breite Öffentlichkeit brachte.

Hawking wurde in Oxford geboren und wuchs unter anderem in St Albans auf. Schon früh interessierte ihn weniger das Auswendiglernen als das Verstehen grundlegender Zusammenhänge. 1959 begann er am University College Oxford zu studieren, 1962 wechselte er für die Promotion nach Cambridge. Dort arbeitete er in einer Zeit, in der Kosmologie und Relativitätstheorie neue mathematische Formen annahmen. Die Frage, ob das Universum einen Anfang hatte und was in Schwarzen Löchern geschieht, wurde für ihn zum Zentrum wissenschaftlicher Arbeit.
Während seiner frühen Cambridge-Zeit wurde bei Hawking eine Motoneuron-Erkrankung diagnostiziert. Die Krankheit schränkte seine Bewegungsfähigkeit immer stärker ein; nach einer Tracheotomie 1985 konnte er nicht mehr mit seiner natürlichen Stimme sprechen. Sein wissenschaftliches Leben lässt sich dennoch nicht auf Krankheit reduzieren. Entscheidend ist, wie er mit Assistenten, Familie, Kolleginnen und Kollegen, Technik und enormer gedanklicher Konzentration weiterarbeitete. Seine Computerstimme wurde später Teil seiner öffentlichen Präsenz, aber die Arbeit dahinter blieb mathematisch und konzeptionell anspruchsvoll.
Mit Roger Penrose entwickelte Hawking Arbeiten zu Singularitäten in der allgemeinen Relativitätstheorie. Sie zeigten, dass Singularitäten nicht nur exotische Rechenfälle sind, sondern unter bestimmten Bedingungen tief in der Struktur der Theorie liegen. In den 1970er-Jahren verband Hawking dann Relativität, Quantenphysik und Thermodynamik auf neue Weise. Seine berühmteste Idee wurde die Hawking-Strahlung: Schwarze Löcher sind demnach nicht völlig schwarz, sondern können durch quantenmechanische Effekte Strahlung abgeben und langfristig Energie verlieren.
1974 wurde Hawking Fellow der Royal Society, 1979 Lucasian Professor of Mathematics in Cambridge. Diese Position verband ihn sichtbar mit einer langen wissenschaftlichen Tradition, doch seine eigene Wirkung lag in einem modernen Grenzgebiet: Gravitation, Quantenfeldtheorie, Information und der Ursprung des Universums. 1988 erschien A Brief History of Time. Das Buch wurde ein ungewöhnlicher Bestseller. Nicht alle Leser verstanden jede physikalische Idee, aber viele spürten, dass hier große Fragen ohne Herablassung gestellt wurden: Warum gibt es ein Universum? Was ist Zeit? Was kann Physik erklären?

Hawking wurde zu einer seltenen öffentlichen Figur der theoretischen Physik. Er trat in Fernsehformaten auf, schrieb populäre Bücher und benutzte Humor, um Distanz zu seinem eigenen Ruhm zu schaffen. Der Schwerelosigkeitsflug 2007 passte zu dieser Seite: Neugier, Inszenierung, Raumfahrtbegeisterung und ein ernstes Interesse an der Zukunft des Menschen im All kamen zusammen. Zugleich blieb wichtig, die Figur Hawking nicht nur als Symbol für Willenskraft zu lesen. Sein wissenschaftlicher Rang liegt in konkreten Beiträgen zu Schwarzen Löchern und Kosmologie, nicht in einer bloßen Ermutigungsgeschichte.

Stephen Hawking starb am 14. März 2018 in Cambridge. Er wurde 76 Jahre alt. Seine Asche wurde in Westminster Abbey beigesetzt, nahe den Gräbern von Isaac Newton und Charles Darwin. Sein Name bleibt mit einer seltenen Doppelwirkung verbunden: Er veränderte theoretische Vorstellungen über Schwarze Löcher und machte zugleich Millionen Menschen neugierig auf Fragen, die größer sind als der Alltag und doch mit ihm verbunden bleiben.
Bachelor of Arts · bis 1962
bis 1965
Doktorgrad · bis 1966
wissenschaftlicher Mitarbeiter · bis 1969
bis 1991
bis 1975
bis 2006
bis 2018