
Französisch-chinesischer Maler
Cimetière Montparnasse
Zao Wou-Ki (nach chinesischen Dokumenten geboren am 13. Februar 1920 in Peking; gestorben am 9. April 2013 in Nyon) war ein chinesisch-französischer Maler, Zeichner, Lithograf und Druckgrafiker. Sein Werk verband europäische Moderne, chinesische Schrifttradition, Tusche, Farbe und eine zunehmend abstrakte Bildsprache.
Zao Wou-Ki wurde in Peking geboren; wenige Monate später zog seine Familie nach Shanghai. Er wuchs in Nantong auf und lernte früh Kalligrafie. 1935 bestand er die Aufnahmeprüfung an der École des beaux-arts de Hangzhou. Dort studierte er bei chinesischen und westlich ausgebildeten Lehrern, wandte sich früh der Ölmalerei zu und wurde nach dem Abschluss selbst Assistent an der Schule.
Am 26. Februar 1948 verließ Zao Wou-Ki Shanghai mit seiner ersten Frau Lalan. Nach der Ankunft in Frankreich ging er nach Paris, besuchte den Louvre, lernte Französisch und arbeitete an der Académie de la Grande-Chaumière. In Montparnasse bezog er ein Atelier in der Nähe von Alberto Giacometti. Aus T'chao Wou-Ki wurde in Frankreich Zao Wou-Ki.
In Paris begegnete Zao Wou-Ki Künstlern und Schriftstellern wie Henri Michaux, Jean-Paul Riopelle, Hans Hartung, Pierre Soulages und Joan Mitchell. Eine Reise in die Schweiz brachte ihn mit dem Werk Paul Klees in Berührung. Ab 1953 lösten sich Stillleben und erkennbare Motive zunehmend auf; Zao sprach von einer imaginären, nicht entzifferbaren Schrift. Daraus entstand eine Malerei aus Farbe, Raum, Bewegung und Zeichen.
Schon 1949 zeigte Zao Wou-Ki eine erste Einzelausstellung in Paris. Es folgten Galerien in Paris, New York und Tokio, Retrospektiven in Cincinnati, Essen, Montréal, Paris, Mexiko, Taipei, Hongkong und Shanghai. 1964 wurde er französischer Staatsbürger. 1994 erhielt er den Praemium Imperiale in der Sparte Malerei. 2002 wurde er in die Académie des beaux-arts gewählt und am 26. November 2003 offiziell aufgenommen.
2008 beendete Zao Wou-Ki die Arbeit mit Ölfarbe; 2010 malte er seine letzten Aquarelle. 2011 zog er mit seiner Frau Françoise Marquet-Zao nach Dully in der Schweiz. Er starb am 9. April 2013 im Krankenhaus von Nyon. Die Zao-Wou-Ki-Stiftung bewahrt die Archive, begleitet den Catalogue raisonné und verwaltet Fragen zu Echtheit und Rechten an seinem Werk.
bis 1957
bis 1972
bis 2013