

Schwedischer Drehbuchautor und Regisseur
Fårö begravningsplats
Ingmar Bergman (* 14. Juli 1918 in Uppsala; gestorben am 30. Juli 2007 auf Fårö) war ein schwedischer Film- und Theaterregisseur, Drehbuchautor und Autor. Er gehört zu den einflussreichsten europäischen Filmemachern des 20. Jahrhunderts. Filme wie Das siebente Siegel, Wilde Erdbeeren, Persona, Schreie und Flüstern und Fanny und Alexander machten seelische Konflikte, religiöse Zweifel, familiäre Gewalt und die Nähe zwischen Theater und Leben zu Stoffen des Weltkinos.

Bergman wuchs in einem strengen protestantischen Pfarrhaus auf. Die Erfahrung von Schuld, Strafe, Ritual und Schweigen prägte viele seiner späteren Stoffe, auch wenn seine Filme nie nur als verschlüsselte Kindheitsberichte gelesen werden sollten. In Stockholm studierte er, arbeitete an Studententheatern und fand früh zum professionellen Theater. Das Drehbuch zu Hets machte ihn 1944 im schwedischen Film sichtbar, 1946 folgte mit Kris seine erste Regiearbeit fürs Kino.
Mit Sommarnattens leende erreichte Bergman Mitte der 1950er-Jahre internationale Aufmerksamkeit. 1957 folgten zwei Filme, die sein Bild weltweit prägten. Das siebente Siegel stellte einen Ritter, den Tod und die Frage nach Gott in eine karge mittelalterliche Landschaft. Wilde Erdbeeren erzählte von Alter, Erinnerung und verpasster Nähe. Beide Filme zeigten, wie Bergman philosophische Themen nicht als Vortrag, sondern als Situationen, Gesichter und Räume inszenierte.
Bergman arbeitete wiederholt mit Schauspielern wie Max von Sydow, Bibi Andersson, Harriet Andersson, Ingrid Thulin, Erland Josephson und Liv Ullmann. Mit dem Kameramann Sven Nykvist fand er eine Bildsprache, die Gesichter, Licht und Stille fast körperlich wirken ließ. Die Insel Fårö wurde für ihn Wohnort, Rückzug und filmischer Raum. Dort entstanden Arbeiten, in denen wenige Menschen, geschlossene Räume und die Landschaft aus Felsen, Meer und Wind zu Trägern innerer Konflikte wurden.
Persona von 1966 gehört zu Bergmans kühnsten Filmen. Eine Schauspielerin schweigt, eine Pflegerin spricht, und die Grenzen zwischen Rolle, Körper, Sprache und Bild beginnen zu zerfallen. Der Film zeigt Bergmans Interesse an Identität, Scham und Projektion in einer Form, die auch das Medium Film selbst sichtbar macht. In den folgenden Jahren verband er psychologische Nähe mit strengen Experimenten: Schande, Die Stunde des Wolfs, Passion und später Schreie und Flüstern erweiterten diese dunkle, konzentrierte Phase.
1976 trafen Bergman Steuerermittlungen in Schweden schwer. Er verließ das Land zeitweise und arbeitete unter anderem in Deutschland. Der Fall wurde später weitgehend zu seinen Gunsten geklärt, hinterließ aber eine tiefe Verletzung. Künstlerisch blieb Bergman produktiv. Herbstsonate brachte Ingrid Bergman und Liv Ullmann in einem schmerzhaften Mutter-Tochter-Drama zusammen. Mit Fanny und Alexander schuf er 1982 ein spätes Hauptwerk, das Theater, Familie, Fantasie und autoritäre Enge in großer erzählerischer Form verband.
Ingmar Bergman starb am 30. Juli 2007 auf Fårö. Er wurde 89 Jahre alt. Sein Werk bleibt nicht deshalb bedeutend, weil es einfache Antworten auf Glauben, Liebe oder Schuld gibt, sondern weil es diese Fragen mit seltener Genauigkeit stellt. Bergmans Filme zeigen Menschen in Momenten, in denen Sprache versagt, Nähe gefährlich wird und Bilder mehr verraten als Erklärungen.
bis 1945
bis 1950
bis 1959
bis 1969
bis 1995
Fanny und Alexander